Widerruf von Lebensversicherungen: Von diesen Formfehlern profitieren Sie!

Ihre Lebensversicherung erwirtschaftet nicht genug Zinsen? Ein Widerruf verschafft Abhilfe und bringt Ihnen das ersparte Geld zurück – und zwar vollständig. Die Voraussetzung dafür sind Formfehler im Vertrag. Lesen Sie hier nach, auf welche Formfehler Sie achten sollten.

Millionen Kunden sind mit ihrer Lebensversicherung nicht glücklich. Auf Grund der dauerhaft niedrigen Zinsen sinken die Renditeprognosen der Versicherungsunternehmen jedes Jahr. Damit büßt die einst so beliebte Form der Altersvorsorge heute deutlich an Beliebtheit ein. Aber wie wird man seine Lebensversicherung los, ohne Geld dabei zu verlieren?

Eine Kündigung ist grundsätzlich wenig ratsam, denn im Regelfall muss der Kunde dabei hohe finanzielle Verluste in Kauf nehmen. Die bessere Alternative: den Vertrag widerrufen. Im Erfolgsfall erhalten Sie in Abhängigkeit von der Versicherungssumme bis zu mehreren tausend Euro mehr ausgezahlt als im Falle einer Kündigung. Denn: Im Falle eines wirksamen Widerrufs wird der gesamte Vertrag rückabgewickelt und der Versicherte bekommt neben all seinen geleisteten Einzahlungen auch noch Verwaltungskosten erstattet und Zinsen auf seine eingezahlten Beiträge.

Ermöglich wird ein Widerruf durch zahlreiche Formfehler im Versicherungsvertrag. Der Gesetzgeber hat klare Vorgaben definiert, wie eine Widerrufsbelehrung auszusehen hat und welche grundsätzlichen Inhalte diese beinhalten muss. Ist der Versicherungsgeber von diesen Vorgaben abgewichen, kann der Kunde das zu seinem Vorteil nutzen.

Wenn Sie also eine Lebensversicherung zwischen Juli 1994 und Ende 2007 abgeschlossen haben, stehen die Chancen sehr gut, dass Ihr Vertrag mehrere Formfehler enthält.

Die meisten Lebensversicherungen kamen nach dem Policenmodell zustande: Der Versicherungsnehmer erhält hierbei zunächst den Versicherungsantrag vom Versicherungsgeber. Reicht der Versicherungsnehmer diesen unterschrieben bei dem Versicherungsgeber ein, erhält er zusammen mit dem Versicherungsschein (der sog. Police) die Verbraucherinformation sowie die Versicherungsbedingungen. Typische Formfehler, die sich hier finden lassen sind:

  1. Eine fehlende Widerrufsbelehrung:
    Der Versicherungsgeber muss den Versicherungsnehmer über sein Widerrufsrecht belehren. Entweder im Anschreiben zum Versicherungsschein oder in der Police selbst.
  2. Eine Widerrufsbelehrung ist nicht ausreichend hervorgehoben:
    Grundsätzlich darf eine Widerrufsbelehrung nicht einfach in den übrigen Vertragstext eingegliedert werden. Das Gegenteil ist der Fall: sie muss sich klar und deutlich vom übrigen Text absetzen. Diesem Erfordernis kann die Widerspruchsbelehrung z.B. durch Umrandung, Fettdruck oder der Darstellung in einer anderen Schriftart genügen.
  3. Eine falsche Widerspruchsfrist:
    Im Dezember 2004 hat sich die Widerrufsfrist von 14 auf 30 Tage verlängert. Einige Versicherungsgesellschaften haben diese Änderungen jedoch entweder gar nicht oder zu spät umgesetzt. Auch diese Art von Fehler in der Widerspruchsbelehrung macht den Vertrag unwirksam.

Im Falle des Vorliegens eines solchen Formfehlers, ist in der Regel eine Rückabwicklung des Vertrages möglich. Bevor man sich an die Versicherungsgesellschaft wendet, empfiehlt es sich also prüfen zu lassen, ob man beim Abschluss des Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages ordnungsgemäß über das Widerspruchsrecht belehrt wurde.