In Europa fällt die Zinswende vorerst aus

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), räumt dem Kampf gegen eine mögliche Deflation weiterhin Priorität ein. Wie Wirtschaftsmedien übereinstimmend berichteten, fasste die EZB Anfang Dezember 2015 den Beschluss, die Frist zum Aufkauf von Anleihen bis mindestens Februar 2017 zu verlängern.

Für Darlehensnehmer ist das eine gute Nachricht. Nicht nur neue Darlehen könnten so zinsgünstig bleiben, auch die Umschuldung von Darlehen mit den noch höheren Alt-Zinssätzen könnte attraktiv sein. Und die privaten Immobilien-Kreditnehmer, die ihren ungünstigen Altvertrag wegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung rückabwickeln wollen, haben jetzt eine Sorge weniger. Eine günstigere Anschlussfinanzierung bliebe dank Draghi derzeit grundsätzlich weiterhin möglich.

Während sich in den Vereinigten Staaten ganz vorsichtig ein Ende der ultralockeren Geldpolitik abzeichnet, schreibt die EZB mit ihren Beschlüssen die Politik des billigen Geldes noch fort. Konkret geht es um 60 Milliarden Euro pro Monat, die über Anleihenkäufe als frisches Geld in den Markt gepumpt werden könnten. Außerdem soll es für die Banken durch Minus-Zinsen teurer werden, Geld bei der EZB kurzfristig zu hinterlegen. Der sogenannte Strafzins auf diese Einlagen soll von 0,2 Prozent auf 0,3 Prozent steigen.