Die Ansprüche aus der Kontenprüfung können erheblich sein

Grundsätzlich schädigt jeder andauernde Entzug von Liquidität durch fehlerhafte Wertstellungen und unrichtige Zinsberechnungen den Kunden wirtschaftlich. Ist der Kunde beispielsweise gezwungen, deshalb sein Konto zu überziehen, muss er die sehr teuren Überziehungszinsen zahlen. Ein gutes Geschäft für die Bank, allerdings durch die Bank selbst rechtswidrig verursacht. Deswegen kann der entstandene Schaden vom Kunden von der Bank herausverlangt werden, sogar mit Zinsen.

Sogar die wirtschaftliche Existenz eines Kreditnehmers kann durch eine unkorrekte Kontenführung der Bank gefährdet werden. Hohe Schadenssummen zulasten des Kreditnehmers entstehen zum Beispiel durch die verspätete Bereitstellung von Krediten oder Kredittranchen durch die Bank. Das betrifft insbesondere die vertragswidrig verspätete Auszahlung öffentlicher Fördergelder. Infolgedessen kann der Darlehensnehmer sogar zu einer teuren Zwischenfinanzierung gezwungen sein, die ihm unberechtigt beachtlich Liquidität entzieht.

Die Kontenprüfung deckt diese Abrechnungsfehler der Bank auf und dokumentiert sie. Dabei zeigt eine Kontenprüfung vor einer Kreditkündigung auf, in welchem Umfang die Bank die wirtschaftliche Lage des Kunden verschlechtert hat. Die Ergebnisse der Prüfung kann der Kunde dann als Anspruch gegen die Bank geltend machen.

 Die Prüfung nach einer Kreditkündigung dokumentiert das rechtswidrige Verhalten der Bank bei der Berechnung von Verzugszinsen sowie die fehlerhafte Anrechnung von Zahlungen, also von freiwilligen Leistungen wie Sondertilgungen oder Zahlungseingängen aus Zwangsverwertungen. So kann der Kreditnehmer Überzahlungen vermeiden beziehungsweise bereits geleistete Überzahlungen zurückfordern.